British Columbia and Alberta
Samstag, 16.08.2008
Vancouver – 100 Mile HouseNach einem Abendessen bei unserem favourite Thai in Downtown mit meinem alten Schulfreund Flo und einem gemütlichen Plausch zu Hause bei Voika, mussten wir an dem heutigen Samstag früh raus. Geplant war eine Strecke von knapp 500km, was bei den hiesigen Straßenverhältnissen und Geschwindigkeitsbegrenzungen mind. 6 Stunden Fahrt bedeutete.
Nach einem leckeren Waffelfrühstück und einem von Voika vorbereiteten Picknick nahmen wir Abschied von Voika und Vancouver und machten uns auf in die Rocky Mountains. Erst einmal aber ging es in östliche Richtung nach Hope, wobei wir der amerikanischen Grenze sehr, sehr nahe kamen. Ab Hope führte uns unser Weg nur noch gen Norden.
Auf der heutigen Strecke von Vancouver nach 100 Mile House ergaben sich landschaftliche Gegensätze ganz besonderer Art. Der erste Abschnitt Vancouver – Hope glich ein wenig dem unseres Allgäus – Berge, Wiesen, Landwirtschaft. Ab Hope wurde es dann felsiger, die Gipfel höher, und umso weiter wir gen Norden fuhren, umso lichter wurden die Wälder und kahler die Berge.
Das Ganze ging so weit, bis schließlich kaum mehr ein Blatt zu sehen war. Das vor uns liegende Land war kahl und wüstenähnlich. Fels und Sand dominierten das Landschaftsbild und die brennend heiße Sonne trug ihren Teil dazu bei, dass wir uns fühlten wie in der Wüste.
Nach kilometerweise Fels und vereinzelten Baracken kamen ab und an ein paar Häuschen zum Vorschein…. dann irgendwann Cache Creek – eine kleine Wüstenstadt.
Nur ein paar Kilometer später wurden aus den Bergen Hügel und die Felsen waren wieder überzogen mit Gras und Bäumen. Das nächste Highlight bildeten die zahlreichen Salzseen, die sich entlang unserer Route zogen, genauso wie das weiterhin kaum vorhanden sein an Zivilisation. Ab und an ein Häuschen auf der einen oder anderen Seite. Das ganze zog sich dann weitere 100 Kilometer hin und aus den Salzseen wurden Süßwasserseen und das Flachland wieder hügeliger. Was jedoch weiterhin fehlte war so etwas wie Dörfer oder zumindest eine größere Anzahl an Häuser auf engerem Raum. Mit der Zeit wurde das ganze sehr frustrierend und immer wieder stellten wir uns die Frage, wie diese Leute hier wohnen können und warum – hunderte von Kilometern entfernt von dem nächsten „Dorf“.
Im laufe der Zeit kam uns dann der Gedanke, dass die Frustration die wir über unsere momentane Umgebung verspürten, sich noch dadurch verstärkte, dass die Sonne immer noch auf uns nieder brannte, wir auf Grund des höheren Spritverbrauchs die Klima nicht ununterbrochen laufen lassen wollten, und wir inzwischen ziemlich hungrig waren. Jedoch war absolut kein Platz mit Schatten und Gras in Sicht, wo wir unser extra dafür mitgebrachtes Picknick hätten essen können.
Aber irgendwann hatten wir es geschafft. Wir erreichten 100 Mile House, von dem schon so oft gesprochen wurde und auf das wir daher doch ein wenig gespannt waren. Da war jedoch NICHTS. Ein hässlicher oder sagen wir lieber nicht unbedingt schöner Ort, mit Supermärkten, Tankstellen, ein wenig Industrie, einige Hotels und Motels und im Hintergrund einige Häuser. Sogar landschaftlich gab die Umgebung nicht wirklich was her. Aber das alles wurde dann eh zur Nebensache, nachdem das Zelt aufgebaut war und wir im Schatten eines Birkenhains endlich unser Picknick auspackten.
Sonntag, 17.08.2008
100 Mile House - ClearwaterHeute führte uns unser Weg in das weiter östlich gelegene Clearwater. Die Fahrt dorthin war im ersten Abschnitt größtenteils von flachen bis sanft hügeligen Land, lichten Wäldern und vereinzelten Ranchen geprägt. Im zweiten Abschnitt wurden aus den Hügeln Berge und die Wälder wurden zunehmend zweifarbig.
Dabei wechselten sich Gebiete mit grünen Nadeln mit denen, welche rot-braun gefärbt waren, ab. Später stellte sich dann heraus, dass die rot-braunen Bäume von Käferlarven befallen wurden und bereits abgestorben waren. Des Weiteren erfuhren wir, dass durch die milden Winter jährlich nur noch 10% der Käferlarven den Tot finden, wohingegen früher 80% an Folge von Schnee und Kälte jämmerlich zugrunde gingen.
Diese 80% machten sich sofort bemerkbar, da inzwischen bestimmt mehr als ein 1/3 der Waldfläche in der dortigen Gegend bereits toter Wald ist. Des Weiteren haben sich diese Larven bereits mehr oder weniger in ganz British Columbia ausgebreitet, sodass nicht nur Wälder in einem bestimmten Gebiet betroffen sind.
Dies führte uns eine weitere Auswirkung der globalen Erwärmung direkt vor Auge, die wirklich erschreckend mit anzusehen ist. Denn hier geht es nicht nur, wie bereits oben erwähnt, um einzelne Bäume, sondern um ganze Wälder, sogar Landstriche welche bereits tot sind.
In Clearwater angekommen, fuhren wir am Nachmittag in den nahe gelegenen und 540.000 Hektar großen Wells Gray Provincial Park. Dort besuchten wir als erstes die spektakulären Helmcken Falls, dessen Wasser eine Höhe von 137m hinab fällt und damit fast drei Mal so hoch ist wie die Niagara Fälle. Das für mich spektakuläre war jedoch die gigantisch große und etwas gruselig wirkende „Grotte“ in der das Wasser aufschlug und das dadurch erzeugte tiefe Dröhnen.
Fasziniert von dem vor uns liegenden Naturschauspiel sind wir in die entgegen gesetzte Richtung entlang des Canyons gewandert.
Da auf der linken Seite des Trampelpfades die Felswand direkt neben uns über 100m senkrecht abfiel, wir von rechts aus dem Wald jede Minute mit einem Bären rechneten UND sich direkt vor uns ein Gewitter zusammenbraute, glich dieser Spaziergang, die wir aus dem sicheren Deutschland kommen, einem ganz besonderen Wanderabenteuer.
Nachdem wir die Helmcken Falls hinter uns gelassen haben, welche sich durch ihre Höhe und Aussicht hervor taten, ging es weiter zu den Dawson Falls. Diese beeindruckten nicht auf Grund ihrer Höhe sondern den Wassermassen, die pro Sekunde den Fels hinabstürzten.
Bevor es dann zurück nach Clearwater ging, entschlossen wir uns noch einen Abstecher auf den Green Viewing Tower zu machen. Auf dem Berg oben angekommen, sieht man außer den Bäumen, die einen umgeben erst mal nicht viel. Steigt man dann aber auf den aus Holz konstruierten Aussichtsturm, erblickt man ein Panorama, das einem im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlägt. Die Aussicht dort reicht hunderte von Kilometer. Man erblickt bewaldete Berge und ab und an einen schneebedeckten Gipfel. Aber das wirklich gigantische und einzigartige daran ist, dass man nur Bäume, Berge und ein zwei Seen sieht. Das mag vielleicht jetzt langweilig klingen, aber wächst man in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland auf, ist so eine Aussicht nicht alltäglich oder in Europa sogar unmöglich. Wälder so weit das Auge reicht, und welche ich in solch einem Ausmaß noch nie gesehen habe.
Montag, 18.08.2008
Clearwater – Mount RobsonDas heutige Ziel hieß Mount Robson Provincial Park (224.866 Hektar), welcher nach dem höchsten Berg (3.954m) benannt wurde.
Unsere Glücksträhne, was das gute Wetter betraf, hatte uns heute Nacht endgültig verlassen und das sollte die kommende Woche auch nicht viel anders werden. So erreichten wir den Park bei bewölktem und regnerischem Wetter. Dies konnte jedoch den Anblick des plötzlich vor uns aufragenden Mount Robson und dessen riesige und schneebedeckte Felswand durch nichts trüben.
Nachdem unser Zelt aufgebaut war, ging es los auf eine kleine Wanderung entlang des Robson River zum Kinney Lake. Um diesen zu erreichen, musste auf Grund des Hochwassers, der Wanderweg verlassen und über Stock und Stein geklettert werden.
Diese Hürde überwunden, erreichten wir den See schon zu späteren Stunde, so dass kaum mehr Leute zu sehen waren. Als das leicht türkis schimmernde Wasser zum ersten Mal zwischen den Bäumen auftauchte, wunderschön eingerahmt in die dahinter liegenden Berge, war sogar Daniel hin und weg. Dieser Platz Erde (und Wasser) war und ist wirklich wunderschön. Und obwohl wir inzwischen „in front of“ the Fairmont Chateau Lake Louise standen und das weltbekannte Panorama bestaunen oder aber den gigantischen Ausblick auf den Peyto Lake genießen durften, bleibt mir keiner dieser Orte so in Erinnerung, wie der eher unbekannte Kinney Lake, der eine Kraft und Ruhe ausstrahlte, die einen überwältigte.
Abends bzw. Nachts waren wir (oder vielmehr ich) dann eher vor Angst überwältigt. Dies kam zum einen daher, dass die beiden Zeltplätze, die wie immer in einem Wald lagen und nicht gerade von Menschen wimmelte, und eine Tankstelle die einzige Zivilisation im Umkreis von Kilometern darstellten. Zusätzlich kam dann ein Gewitter auf, dessen Donner auf Grund des Widerhalls der Bergmassive, von einer Lautstärke war, die mir jedes Mal das Herz in die Hose rutschen ließ. Daniel den das ganze Treiben natürlich kalt ließ, lag, seine Arme schützend um mich geschlungen, unheimlich entspannt neben mir.
Dienstag, 19.08.2008
Mount Robson – JasperSchließlich hatten wir aber auch diese Nacht, in der wir kaum ein Auge zu taten, überlebt. Und somit ging es am nächsten Morgen nach Jasper in die Nationalparks. Nachdem wir seit Vancouver unsere Tage in kaum bewohnten Gegenden verbrachten, freuten wir uns sichtlich in das 3.500 Einwohner große Jasper zu kommen. Da diese mit Banff, die jeweiligen touristisch wichtigsten und mehr oder weniger einzigen Städte, der gleichnamigen Nationalparks darstellten, erwartete uns zum ersten Mal – nach Vancouver – ein einigermaßen schönes Städtchen.
Nachdem es nun den ganzen Tag regnete, verbrachten wir unsere Zeit in einem Cafe und später in einem Pub.
Mittwoch, 20.08.2008
JasperAm kommenden Tag starteten wir, immer noch bei regnerischem Wetter, einen Ausflug zum Maligne Lake. Auf dem Weg dort hin kamen wir vorbei am Medicine Lake und sahen zwei Baby Bären, die übermütig im hohen Gras spielten.
Pünktlich hörte es dann, kurz bevor wir am See ankamen, auf zu regnen und wir konnten endlich unser Frühstück genießen. Den restlichen Tag verbrachten wir damit, entlang des größten Gletschersees Kanadas, zu laufen. Und nach ca. einer Stunde kam sogar die Sonne raus.
Auf dem Weg zurück nach Jasper begann es jedoch wieder zu regnen, was jedoch zu einem schönen Wetterschauspiel führte.
Donnerstag, 21.08.2008
JasperDer folgende Tag brachte uns gleichbleibendes Wetter – bewölkt und regnerisch. Dies schlug zweitweise ein wenig aufs Gemüt. (Ein ständig nasses Zelt, feuchte Kleidung, Essen in der Kälte und nur dann wenn der Regen mal eine Pause einlegte…)
Aber natürlich konnte uns nichts so leicht umhauen und so fuhren wir gut gelaunt einem weiteren Höhepunkt entgegen: Mount Edith Cavell
Dort standen wir nach einer kleinen Wanderung durch geröllartiges Terrain, bei dem es nur so vor zutraulichen Eichhörnchen wimmelte, an einer Bergkuppe mit Ausblick auf den Gletscher und dem dazugehörigen See.
Auf Grund meiner mehrfachen Gletschererfahrungen in der Schweiz, war es dieses Mal eher Daniel der auf Grund der unvorstellbaren Eismassen ins Staunen geriet. Dabei musste ich ihm erst mal – aus meinem umfangreichen Wissensschatz was Gletscher betrifft – erklären, dass die Entfernung von uns bis hoch zum oberen Gletscher eher Kilometer sind als Meter, und die Dicke des Eises eher Meterdick ist und nicht Zentimeter, wie es vielleicht ein unwissendes Auge anzunehmen vermag.
Schön ersichtlich wurde das ganze dann, als wir direkt vor der Gletscherwand standen und – dank einer Höhle – sogar bis in das Innere vordrangen.
Auf Grund dessen, dass schon hunderte von Leuten vor uns kleine Türmchen gebaut hatten und Daniels Aberglaube, dass diese Glück bringen sollten (in Verbindung mit einem Toi, Toi, Toi) erstellten wir bzw. vielmehr er auch ein Türmchen. Dank meiner Kreativität und perfekt ausgeklügelten Statik entstand ein architektonisches Meisterwerk, was Ihres gleichen sucht.
Freitag, 22.08.2008
Jasper – Columbia Icefield ParkNachdem wir mit Jasper den nördlichsten Punkt unserer Rundreise erreicht hatten, ging es heute in südliche Richtung ab in die Tiefen des Jasper Nationalparks. Auf der Fahrt von Jasper nach Columbia Icefield musste Daniel wahrscheinlich im Durchschnitt alle 10 Minuten am Straßenrand halten, damit wir oder vielmehr ich ein Photo machen konnte. Im Endeffekt hätte man alle paar Meter halten können bzw. müssen um all die Schönheit, die uns entlang dieser Strecke erwartet festhalten zu können.
Umso näher wir Columbia Icefield kamen, desto weniger wurden die bewaldeten Berge und umso mehr wurde Fels und Stein. Als wir dann schließlich den letzten Berg passierten und sich vor uns eine Bergkette aus Fels und Eis entfaltete, wussten wir sofort, dass das Columbia Icefield sein musste.
Dort passierten wir ein Hotel und erreichten einen Kilometer weiter unseren Campingplatz. Dieser verfügte zwar nur über ein Plumpsklo und keine sanitären Einrichtungen, war jedoch auf Grund der Lage und der schönen Anlage der schönste Campingplatz auf unserem bisherigen Trip.
Da wir diesen erst abends erreichten, zogen wir erst mal all unsere Pullis an und machten uns ans Kochen. Dank Daniels Mama, die ihm ein paar Wochen zuvor noch Verpflegung zuschickte, bestand unser heutiges Abend Essen, aus Fleisch bzw. Würstchen mit Spätzle und Sauerkraut. Da muss ich nicht allzu viel schreiben, damit ihr euch vorstellen könnt, dass dieses heimische Essen in 2000 Meter Höhe, direkt gegenüber eines riesigen Gletschers, das ganze in den Rocky Mountains, gleich drei mal so gut schmeckte.
Nachdem wir dann mit dem Essen fertig waren und die Sonne immer noch schien, haben wir uns entschlossen noch zu dem gegenüberliegenden Gletscher zu fahren.
Fünf Minuten später waren wir auch schon dort und unternahmen eine abendliche Expedition zum Gletscher. Falls ihr jetzt denkt, Sonnenuntergang und Gletscher scheint etwas gefährlich zu sein, da kann ich euch nur recht geben. Allerdings nur wenn man nicht die richtige Ausrüstung besitzt und mit einem gut ausgebildeten Führer unterwegs ist. Dies war natürlich der Fall, wie ihr unten auf dem Photo sehen könnt.
Ich muss ja nicht mehr erwähnen, dass ich bereits Gletschererfahrung in der Schweiz, wie auch in Kanada habe. Daher lief die Exkursion natürlich hoch professionell ab. Meine Erfahrung und die Beschilderung, dass die letzten fünf Rettungsversuche nicht geglückt waren, trugen ihren Teil dazu bei, dass wir nur zum äußersten Rand des Gletschers vordrangen.
Nach unserer anstrengenden Exkursion, gab es dann im Auto noch einen Muffin, während wir den traumhaften Sonnenuntergang genossen.
Zurück auf dem Zeltplatz, war es dort bitterlich kalt. Die 2000 Meter Höhe und die Nähe des Gletschers machten sich bemerkbar. Somit konnte mich Daniels Belustigung über mich oder viel mehr sein schallendes Gelächter nicht davon abbringen, mit der am Schlafsack angebrachten Kapuze, bis am Rand zugezogen zu schlafen. Dabei konnte ich ihm sein Gelächter nicht mal verübeln, da ich mir durchaus vorstellen konnte, wie dämlich das ausgesehen haben musste.
Samstag, 23.08.2008
Columbia Icefield Park – Lake LouiseHeute verließen wir die eisigen Höhen und machten uns auf den Weg nach Lake Louise. Wie am gestrigen Tag hätte auf dem Weg dort hin ein Bild nach dem anderen gemacht werden können.
Als erstes „Must Seen“ erreichten wir Peyto Lake. Vom Parkplatz aus musste man noch ein paar hundert Meter den Berg hoch laufen, um zu der Aussichtsplattform zu gelangen.
Weiter oben oder besser gesagt direkt neben der Plattform gab es dann einen Parkplatz für Behinderte. Allerdings konnten wir bei den meisten Leuten, die dort aus ihrem Auto ausstiegen keinerlei Behinderung feststellen – wahrscheinlich handelte es sich dabei um geistige Behinderung!
Unseren nächsten Stop legten wir dann am Bow Lake ein. Ein weiterer traumhafter See auf unserer Strecke.
In Lake Louis angekommen und auf dem Weg zu unserem Zeltplatz mussten wir eine unter Strom stehende Brücke passieren und fanden uns, in einem mit einem elektrischen Zaun umgebenen Waldstück, wieder. Es kam ein wenig das Gefühl auf als befände man sich in einem Hochsicherheitstrakt und irgendetwas sagte uns, dass hier nachts wohl einige Tiere unterwegs sind.
Sonntag, 24.08.2008
Lake LouiseHeute war der große Tag an dem wir den berühmten und meistphotographierten See weltweit zu Gesicht bekamen. Schon bei der Ankunft auf dem Parkplatz wurde sofort klar, dass wir uns hier an einer touristischen Hochburg befanden. Eine riesige Fläche an Parkplätzen, die bereits fast gefüllt waren, Parkplatzeinweiser und so viele Menschen, wie wir sie das letzte mal in Vancouver hatten. Nachdem wir ein kleines Wäldchen durchquerten, fanden wir uns zwischen hunderten von anderen Touristen wieder. Vor uns der sagenumwobene Lake Louise und hinter uns das luxuriöse Fairmont Chateau.
Allerdings wurde dieses sagenumwobene und unglaublich teure Hotel seinem Ruf absolut nicht gerecht. Das Gebäude ist alles andere als schön, und dieses als Chateau zu bezeichnen weit hergeholt.
Über den schön angelegten Garten konnten wir nur lachen.
Natürlich durften wir das nicht zu laut, denn nicht jedem wurde das Privileg zu teil in dem so überaus kulturreichen Europa aufzuwachsen.
Genervt von den Menschenmassen sind wir dann auch gleich los gewandert. Der erste Abschnitt führte uns zum Lake Agnes, zu dem sogar auch einige andere Leute wanderten. Ab dort trennte sich dann die Streu vom Weizen und nur noch die Hartgesottenen machten sich auf den Weg hoch zum Gipfel(Big Beehive).
Oben angekommen wurden wir mit einer traumhaften Aussicht und zahlreichen zahmen Eichhörnchen belohnt.
David, ich weiß, dass dir dabei das Wasser im Munde zusammen läuft. Andererseits wären diese zahmen Tierchen ein allzu leichtes Opfer für dich und keinerlei Herausforderung.
Nach dieser schönen Wanderung machten wir noch einen Abstecher zum Moraine Lake.
Nachdem wir dort ein bisschen entlang das Sees gelaufen sind, fanden wir eine Stelle wo wir noch ein wenig die Sonne und das traumhafte Panorama genießen konnten.
Montag, 25.08.2008
Lake Louise – BanffAm heutigen Tag machten wir uns auf den Weg nach Banff. Diese gehörte mit ihren 7.500 Einwohnern zu der größten Stadt der letzten zwei Wochen. Da Banff „DIE“ Touristenstadt der Nationalparks (Jasper und Banff) ist, war auch diesem Stadtkern die Fördergelder des Staates anzusehen.
In Banff angekommen und das Zelt aufgebaut, machten wir uns auf den Weg zum weltberühmten Fairmont Banff Springs. Dieses war sowohl von außen wie auch von innen schöner wie der Nachbar in Lake Lousie.
Kaum hatten wir die Türen des Hotels hinter uns geschlossen, begann es auch schon wieder zur regnen, sodass wir unseren Nachmittag im Starbucks verbrachten.
Dienstag, 26.08.2008
Banff – Radium Hot SpringsPünktlich, als wir heute Morgen das Zelt verließen, begann es auch schon wieder zu regnen. Ich denke ich muss nicht noch schreiben, dass nach dem Wetter der letzten Tage und vor allem der Regen gestern, meine Laune heute Morgen den absoluten Tiefpunkt erreichte. Auf Grund dessen und da keine Wetterbesserung in Sicht war, haben wir uns entschlossen Banff schon heute zu verlassen und uns auf den Weg ins Okanagan zu machen. Dieses ist das Weingebiet Kanadas und berühmt für sein gutes Wetter.
Das Frühstück hinter uns gebracht, die Wäsche gewaschen, ging es auf den Weg nach Radium Hot Springs. Am Nachmittag hatte ich ja dann Geburtstag, da in Deutschland bereits der 27. war.
Auf dem Weg dorthin verließen wir den Nationalpark Banff und erreichten Kootenay. Als wir abends den Zeltplatz erreichten wurden wir von diesen beiden Gesellen erwartet, welche sich hier offensichtlich sehr zu Hause fühlten, da sie uns noch ein paar mal über den Weg liefen.
Zum Abendessen gab es dann sogar eines meiner Lieblingsspeisen: Käsespätzle. Da wir noch Spätzle von Daniels Mama übrig hatten, brieten wir noch Zwiebeln und mischten den gekauften Käse drunter. Leider verfügten wir nur über einen kanadischen Käse, der lange nicht an das Aroma eines Apenzellers ran kam – aber immerhin Käsespätzle und das an meinem Geburtstag!
Mittwoch, 27.08.2008
Radium Hot Springs - CrestonAls ich heute Morgen wieder aufwachte hatte ich ja noch immer Geburtstag, da in Deutschland der 27. ja noch nicht vorbei war. Aber das nur nebenbei!
Nachdem wir die Nationalparks verließen, änderte sich das Landschafts- sowie das Städtebild. Die Gebirge begannen abzuflachen und die Wälder wurden wieder weniger. Auf dem Weg nach Creston passierten wir das „bayrische“ Kimberly, auf das wir ganz besonders gespannt waren. Allerdings fühlten wir uns nicht wie in einem kleinen bayrischen Städtchen im Allgäu, wie der Führer es versprochen hatte. Die auf die Häuser montierte schlechte bayrisch aussehende Fassade war eher peinlich als sonst irgendwas. Ansonsten war der Ort teilweise sehr runtergekommen, aber das sind die Orte hier ja zu 90%.
In Creston angekommen, machten wir uns auf den Weg zu dem etwas außerhalb gelegenen Campingplatz. Davor durchfuhren wir eine Gegend, in welcher die Leute in Wohncontainer hausten, die hier übrigens sehr beliebt sind, und deren Grundstücke auch als Autofriedhöfe dienten – was allerdings keine Besonderheit darstellte, nur hier besonders ausgeprägt war.
Donnerstag, 28.08.2008
Creston – OsoyoosDie heutige Strecke war geprägt von bergiger Landschaft und hässlichen Ortschaften. Das einzige, einigermaßen nette Örtchen war Rossland, wo wir dann auch Pause machten und ein Sandwich aßen.
Dem Okanagan immer näher kommend, wurde die Sonne immer kräftiger und die Umgebung immer trockener. In Osoyoos angekommen, hatten wir erst einmal eine traumhafte Aussicht auf das vor uns liegende Tal.
Das Wetter dort war super, einen Platz für unser Zelt zu finden allerdings nicht einfach, da nur noch wenige vorhanden waren und auch alles recht teuer war. Nach einem leckeren Abendessen, mit Baguette, Tzaziki, einem guten Wein aus dem Okanagan, und als Nachtisch einen Obstsalat, verbrachten wir den Sonnenuntergang romantisch am Strand des Sees.
Freitag, 29.08.2008
OsoyoosDer heutige Tag wurde ein fauler Tag: Ausschlafen, Frühstücke im Sonnenschein – ohne zwei Pullis und zu frieren…. danach sind wir noch zu einer kleinen Halbinsel gefahren, die wir – zu Verwunderung der Kanadier – entlanggelaufen sind.
Natürlich war die Halbinsel, dessen Form einem Steg glich, auch bis zur Spitze befahrbar. Sodass auf die teilweise 30m breite Landzunge, die als Provincial Park ausgezeichnet ist, eine 10m breite Straße betoniert wurde.
Den Nachmittag verbrachten wir am Zeltplatz eigenen Strand und beobachteten die Leute, die auch auf unserem Campingplatz nächtigten. Diese Leute waren im Alter unserer Eltern und benützten das verlängerte Wochenende als Saufwochenende. Dabei waren die meisten von ihnen etwas kräftiger gebaut und trugen Kleidung, die wirklich nicht mehr angemessen war. Der kurze Rock gewährte uns Einblicke, bei dem uns das Essen verging und die ständige Sauferei und das Verhalten war einfach nur peinlich. Was das ganze noch verschlimmerte war, dass zwei Eltern sogar ein Kind dabei hatten. Was waren wir froh, dass uns solche Saufwochenenden unserer Eltern erspart geblieben sind!
Eigentlich wollten wir ja am heutigen Abend noch Essen gehen, da ich mein Geburtstagsessen aufgehoben hatte, um dann hier in Osooyos zu gehen. Ich hatte mir das einfach alles zu schön vorgestellt – Toskana ähnlich, ein stilvolles Restaurant zwischen den Weinbergen, gutes Essen, guter Wein…. aber das ganze existierte nur in meiner Vorstellungskraft und somit haben wir auch das mit dem Essen bleiben gelassen. Die Realität dort ist einfach zu amerikanisch, um so etwas wie Schönheit oder Flair zu besitzen.
Samstag, 30.08.2008
Osoyoos - PentictonHeute ging es entlang des Okanagans nach Penticton. Dabei fuhren wir durch Weinberge und entlang einzelner Seen. Das alles klingt idyllisch, aber auf Grund der breiten Straßen und hässlichen Ortschaften wurde jeglicher Charme zerstört.
Enttäuscht von der Gegend, haben wir uns dann entschlossen nicht wie geplant, die nächsten 5 Nächte im Okanagan zu verbringen, sondern runter nach Seattle (USA) zu fahren.
Nach einer Nacht in Penticton, ging es dann am nächsten morgen ab in den Süden nach Seattle.
